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Durch den Ausstieg von Tui sichert sich die Kühne Holding einen größeren Anteil an Hapag-Lloyd – künftig hält sie 17,15% an Deutschlands größter Containerlinienreederei.

Die Holding war nach der Fusion von Hapag-Lloyd mit UASC u?ber die Tochtergesellschaft Ku?hne Maritime mit 14,1% an der Reederei beteiligt. Beim Anteilsverkauf der Tui AG, die sich aus der Containerschifffahrt komplett zurückzieht, sah man offenbar eine Chance, die man genutzt habe, wie es in einer heute veröffentlichten Mitteilung heißt.

23,5% im Streubesitz

Künftig hält Kühne damit 17,15% an Hapag-Lloyd. Der Rest des ehemals 8,9%-Anteils der Tui dürfte im »free float« gelandet sein. Diesen Bereich will Hapag-Lloyd künftig weiter stärken, wie Reedereichef Rol Habben Jansen jüngst bestätigt hatte. Das sei »ein Schritt in Richtung MDax«. Hapag-Lloyd gibt (mit Stand 11. Juli) an, dass sich mittlerweile 23,5% an der Reederei im »Streubesitz« befinden.

»Die fortschreitende Konsolidierung in der Schifffahrt bietet Hapag-Lloyd neue Wachstumsperspektiven und stärkt deren Position unter den bedeutendsten Reedereien der Welt. Unser erneutes Engagement unterstreicht das Vertrauen in die erfolgreiche Weiterentwicklung der Reederei.«

Karl Gernandt, Executive Chairman der Ku?hne Holding AG

Seit dem Einstieg »der Gesellschaft« im Jahr 2008, setze sich Klaus-Michael Ku?hne dafu?r ein, das Unternehmen am Standort Hamburg zu festigen und gemeinsam mit engagierten Mitgesellschaftern in der Spitzengruppe der internationalen Containerlinien-Reedereien zu positionieren, so Gernandt weiter. »Wir betrachten uns als langfristiger Investor, der dafu?r eintritt, die Zukunft von Hapag-Lloyd erfolgreich zu gestalten.«

Verkauf auf dem offenen Markt

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Tui sich in mehreren Schritten von seinem Anteil an der Reederei getrennt hatte. Der Erlös aus dem Verkauf von 8,5 Millionen Aktien soll der Touristik- und Kreuzfahrtsparte zugutekommen. Der Verkauf war auf dem offenen Markt getätigt worden, so dass zunächst nicht klar war, ob einer der bisherigen Anker-Aktionäre sich weiteren Einfluss gesichert haben.

Bereits seit März 2017 hatte die Tui AG sechs Millionen Aktien in Einzeltransaktionen veräußert. Zu den Anteilseignern zählen damit neben der Kühne Holding weiterhin CSAV (22,6%), die Stadt Hamburg über die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (14,8%), die Qatar Holding (14,4%) und der Public Investment Fund Saudi-Arabiens (10,1%).

Die Ku?hne Holding AG hält den Mehrheitsanteil an der Ku?hne + Nagel International AG, die Beteiligung an Hapag-Lloyd sowie einen gut 20% Anteil an der VTG Aktiengesellschaft. Darüber hinaus gehören Immobilien in Australien, Deutschland, Kanada und der Schweiz zum Portfolio, außerdem engagiere man sich in der »Spitzenhotellerie« auf Mallorca und in Hamburg.