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Das spanische Schleppunternehmen Boluda hat – wie von der HANSA angekündigt – den Kauf der deutschen Reedereien URAG und Lütgens & Reimers vollzogen.

Boluda
Verkauf besiegelt: Klaus Thesenfitz (li.) und Vicente Boluda Fos nach der Vertragsunterzeichnung (Foto: Boluda)

Die Boluda Corporación Marítima hat 100% der deutschen Unternehmen URAG (Bremerhaven) sowie Lütgens & Reimers (Hamburg) erworben und übernimmt 18 Schlepper in sieben deutschen Häfen sowie 140 Mitarbeiter. Die HANSA hatte bereits Anfang Dezember exklusiv berichtet. Jetzt wurde der finale Vertrag in Hamburg unterzeichnet. Über Kaufpreis und Übernahmebedingungen ist nichts bekannt.

Damit steigen die Spanier in den Schleppbetrieb in der Nordrange ein. Bislang war das Unternehmen, dessen Geschichte bis 1837 zurückreicht, mit einer Flotte von mehr als 200 Schleppern in den wichtigen Häfen Spaniens, in Frankreich, in Nordafrikas sowie in Lateinamerika aktiv. Außerdem werden Offshore-Schlepp- und Seenot-Rettungsdienste angeboten.

URAG, schlepper
Foto: URAG

Für die Verwaltung der neuen Gesellschaft wurde Boluda Deutschland in Bremen gegründet, teilte das Unternehmen mit. Künftig sollen Schleppdienste in Hamburg und Bremerhaven, aber auch in Bremen, Brake, Cuxhaven, Nordenham und Willhelmshaven angeboten werden.

URAG, gegründet 1890, wie auch L&R, bereits 181 Jahre alt, waren zuletzt finanziell angeschlagen. Beide Unternehmen gehörten zur Linnhoff Schiffahrt von Klaus Thesenfitz. Dieser hatte zuletzt operative Verluste in Höhe von bis zu 500.000 € im Monat ausgleichen müssen – und daran zunehmend die Lust verloren. So waren erst einzelne Schlepper der URAG und dann beide Unternehmen zum Verkauf gestellt worden.

In den vergangenen Monaten waren der Kostendruck durch die Reederei-Kunden und die zunehmende Konkurrenz durch grenzüberschreitende Kooperationen enorm gewachsen. Das im Dezember 2014 verkündete 50:50-Joint-Venture zwischen Smit und Kotug verfügt über 65 Schlepper in elf europäischen Häfen. Auch Svitzer mischt kräftig mit. Dank der Zugehörigkeit zur Maersk-Gruppe profitiert das Unternehmen von der Nähe zur Konzernmutter und deren Marktdominanz in den Häfen. Vom Sitz in Kopenhagen aus geht Svitzer mit 430 Schiffen weltweit auf Expansionskurs, seit 2014 auch in Bremerhaven.

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