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Der Nautische Verein zu Hamburg (NVzH) feiert heute sein 150-jähriges Bestehen.

Am 11.01.1868 ins Leben gerufen, ging es den Gründungsmitgliedern es darum, die nationalen Interessen der Seeverkehrswirtschaft in einem weltzugewandten Kontext zu verfolgen. Vertreter mehrerer nautischer Vereine trafen sich im gleichen Jahr am 14. April zur konstituierenden Sitzung des Deutschen Nautischen Vereins als Dachverband aller Nautischen Vereine. Sie erkannten, dass sie die Interessen der Maritimen Wirtschaft im neu geschaffenen Norddeutschen Bund nur gemeinsam wirkungsvoll vertreten können.

Mitglieder des Vereins sind unter anderem Reeder, Kapitäne, Lotsen, Schiffsmakler, Schiffsausrüster, Regierungsbeamte, Marineoffiziere, Professoren, Schiffsmaschinenbauer, Juristen, sowie Reedereien, Versicherungsmakler, Banken, Schiffbauzulieferer, Sozietäten / Kanzleien, Vereine / Organisationen.

Forum für fachliche Debatten

Der Verein will allen Mitgliedern ein Forum für fachliche Auseinandersetzungen und Diskussionen bieten. Man wolle zudem »mit den Vorträgen Impulse geben für eine Gesellschaft, die sich für einen offenen Welthandel einsetzt. Der Wohlstand unserer Hansestadt Hamburg hängt damals wie heute davon ab«, heißt es seitens des NVzH. Jeweils im Februar wird das traditionelle »Schiffahrts-Essen« ausgerichtet.

»Besondere Sorge bereitet uns aber weiterhin der durch die noch anhaltende Schrumpfung der Schifffahrt in Deutschland bedingte Ru?ckgang von Ausbildung und Beschäftigung einheimischen seemännischen Personals und damit des maritimen Know-How fu?r die gesamte maritime Wirtschaft.«

Kapt. Christian Suhr, NVzH-Vorsitzender

Die Festreden halten Persönlichkeiten aus Politik und Wirt­schaft sowie aktive Kapitäne aus der Fahrt. In diesem Jahr hat sich Bürgermeister Olaf Scholz als Ehrengast angekündigt. Hier wird auch der Förderpreis des Nautischen Vereins zu Hamburg an die zwei besten Absolventen einer schifffahrtsbezogenen Ausbildung überreicht.

Anlässlich des Jubiläums ist die Festschrift »Ein Welthafen im Wandel – 150 Jahre Nautischer Verein zu Hamburg« erschienen. »Das Jubiläum gibt zwar genug Anlass, auf die Geschichte und die Tradition unseres Vereins gebu?hrend zuru?ckzublicken, gebietet aber noch mehr, sich mit aktuellen und zuku?nftigen Anforderungen an die in Deutschland ansässige maritime Wirtschaft auseinanderzusetzen«, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Kapt. Christian Suhr.

»Die Veränderungen im Schiffsbetrieb und der Logistik durch die fortschreitende Digitalisierung, die nötige erhebliche weitere Verringerung der fu?r die Atmosphäre und das Klima schädlichen Emissionen von Schiffsmaschinen, die Verhinderung der Übertragung von Organismen in fremde Biotope durch Ballastwasser stellen die Schifffahrt, die Häfen und die gesamte Transportkette in den kommenden Jahren vor große Veränderungen. Sie sind nur mit einer konsequenten Global Ocean Governance zu meistern, die mit Regeln, Durchsetzung und Kontrollen einen wettbewerbsneutralen Ansatz verfolgt.«

Besondere Sorge bereite dem Verein aber weiterhin der durch die noch anhaltende Schrumpfung der Schifffahrt in Deutschland bedingte Ru?ckgang von Ausbildung und Beschäftigung einheimischen seemännischen Personals und damit des maritimen Know-How fu?r die gesamte maritime Wirtschaft. »Wir haben im letzten Jahr mit zwei Veranstaltungen versucht, ein Bewusstsein fu?r dieses fundamentale Problem zu schaffen und Anstöße fu?r Lösungen zu geben. Ich appelliere an alle, dieses Thema ernst zu nehmen und anzupacken.«

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