Print Friendly, PDF & Email

Die seeseitigen Importe von Kohle und Rohöl nach China haben 2017 stark zugelegt, in beiden Fällen wurden neue Rekordwerte erreicht. Während die verschifften Mengen zunahmen, wurden auch die Distanzen länger, davon konnte auch die Schifffahrt profitieren.

Das Land fährt außerdem seine Eisenerzimporte weiter nach oben, seeseitig nahmen diese um 4,7 % gegenüber 2016 zu. Insgesamt gelangten 1,054 Mrd. t Eisenerz per Schiff nach China. Andere Transpotrarten mitgerechnet waren es 1,075 Mrd. t.

»Die chinesischen Eisenerzimporte waren in diesem Jahrzehnt ein verlässlicher Treiber für das Wachstum der Dry-Bulk-Nachfrage. China meldet nicht nur wiederholt gewachsene Importmengen, das meiste importierte Eisenerz kommt zu 98 % per Schiff«, so BIMCOs Chief Shipping Analyst Peter Sand.

2017 lagen die seeseitigen Eisenerzimporte mit einem Anteil von 98 % nur minimal unter dem Vorjahreswert (98,3 %). Die größten Exporteure für China sind Australien, Brasilien und Südafrika. Rund 62 % der Importe kommen aus Australien, 21 % aus Brasilien. Vor allem von den brasilianischen Exporten nach China profitiert die Schifffahrt wegen der großen Distanzen. 4 % der Importe kommen aus Südafrika.

Mehr Kohle per Schiff

Auch die chinesischen Kohleimporte haben den Dry-Bulk-Sektor abermals gestützt, das Wachstum lag hier bei 12 % im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden 228,5 Mio. t Kohle per Schiff importiert, 2016 waren es 208 Mio. t. Auch der seeseitige Anteil stieg von 80 auf 84 %. Alle Transportarten eingerechnet kamen 271 Mio. t Kohle ins Reich der Mitte.

Die wichtigsten Importeure sind Indonesien, Australien und die Mongolei mit 40, 30 bzw. 13 %. Die Schifffahrt profitiert vor allem von den wachsenden US-Kohleexporten nach China. 3,1 Mio. t kamen aus den USA und sorgten für hohe Tonnen-Meilen-Nachfrage.Etwa 45 Tage dauertdie Reise von Ostküstenhäfen wie Norfolk und Baltimore nach China.

Peter Sand wertet den seit der zweiten Jahreshälfte 2016 anhaltenden Aufwärtstrend bei den chinesischen Kohleimporten als Schlüsselfaktor für die Verbesserungen auf dem Dry-Bulk-Markt.

Rohöl: größere Mengen, längere Strecken

Im April 2017 wurde China zum größten Rohölimporteur der Welt, nachdem die Importe schon 2016 zweistellig gewachsen waren. 2017 wurden im Jahresvergleich mit insgesamt 7,8 Mio. Barrel pro Tag 10 % mehr über See importiert. Mit einer Gesamtimportmenge (Land und See) von 8,4 Mio. Barrel/Tag überholten die Chinesen sogar die USA (7,9 Mio.).

93 % kommen über See, wichtigste Exporteure aus chinesischer Sicht sind Russland (14 %), Saudi Arabien (12,4 %) und Angola (12 %). Nicht nur die seeseitigen Rohölimporte legen zu, auch die Distanzen werden größer. Laut BIMCO wuchs die durchschnittliche Transportstrecke von 7.100 sm im Jahr 20016 auf 7.600 sm im vergangenen Jahr. Für die Tankschiffahrt wirken sich vor allem die Exporte aus Angola, Brasilien und USA positiv aus.

Peter Sand erwartet, dass die Tankernachfrage 2018 weiter wächst, mit mehr Exporten aus den USA und einem Importwachstum in Fernost. Insbesondere das VLCC-Segment soll hiervon profitieren.