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Die Großreederei Vroon hat sich mit ihren Kreditgebern auf eine Restrukturierung geeinigt – allerdings müssen offenbar viele Schiffe verkauft werden.

Ein einem knappen Statement des niederländischen Unternehmen heißt es, dass man zu einer »generellen Übereinkunft« gekommen sei. Weitere Details wurden allerdings nicht genannt. Die Einigung steht den Angaben zufolge allerdings noch unter dem Vorbehalt der notwendigen administrativen Abwicklung und behördlichen Genehmigung.

Vroon
Vroon betreibt eine Flotte von rund 200 Schiffe, u.a. Fahrzeugfrachter (Foto: Wägener)

Gerüchten zufolge muss sich Vroon im Rahmen der Restrukturierung von zahlreichen Containerschiffen trennen. Verschiedene An- und Verkaufsmakler berichten, dass rund 30 Feeder-Containerschiffe an die koreanische Reederei Sinokor verkauft werden sollen.

Dabei handele es sich um ein Portfolio von 30 Frachtern von 700 bis 1.700 TEU, deren Namen mit dem Vorsatz »Max« versehen sind. Der Eigentümer- bzw. Managementwechsel finde auf Druck der NordLB statt, wird spekuliert.

Vroon selbst hatte die Schiffe, die sich allesamt in finanzieller Schieflage befanden, 2015 und 2016 von der Bremer Landesbank übernommen, die nach ausufernden Schiffskreditausfällen unlängst von der NordLB geschluckt und integriert wurde.

Seinerzeit beteiligte sich Vroon an der Auffanggesellschaft Balticmax Holding mit Sitz auf Malta, die zwecks Übernahme der Bankenschiffe gegründet wurde. Als Partner war damals noch die norwegische Beratungsfirma Marsoft im Boot, mit der sich Vroon aber kurz darauf über Kreuz legte.

Über die möglichen Pläne der koreanischen Reederei Sinokor für die »Max«-Containerschiffe ist noch nichts bekannt. Als wahrscheinlichste Variante gilt, dass die Asiaten die Frachter zunächst weiter an andere Carrier verchartern.

Vroon betreibt nach eigenen Angaben eine Flotte von rund 200 Schiffe in diversen Märkten. Zu den Aktivitäten zählen die Container-, Bulker-, Lebendtier-, Fahrzeug-, Tanker- und vor allem die Offshore-Schifffahrt, wo man mit einer großen Anzahl an Support- und Spezialschiffen engagiert ist. Noch im vergangenen Sommer hatte man Spekulationen über eine finanzielle Schieflage offiziell dementiert. Allerdings wurde seinerzeit bereits bestätigt, dass die Verwerfungen vor allem im Öl-/Gas-Segment zu Einschnitten in der Bilanz führen.

Wie die Vroon-Verantwortlichen jetzt bestätigten, ist man in dem schon Ende 2016 initiierten Restrukturierungsprozess nun einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die erreichten Erleichterungen durch die Kreditgeber sollen der Reederei etwas Zeit verschaffen, um die »strategischen Pläne« zu verfolgen.

Zur neuen Ausrichtung gehört auch eine personelle Umwälzung. Wie Vroon mittlerweile bestätigte, nimmt Geschäftsführer Coco Vroon seinen Hut. Er habe sich dazu entschieden, um als Anteilseigner die Zukunft der Firma mitzugestalten, heißt es in einer Mitteilung. Ende April soll Vroon von seinem Posten zurücktreten.

Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Herman Marks, der den Restrukturierungsprozess fortsetzen soll. Jan-Piet Baars und Rob Grool behalten ihre Posten als Commercial Director und Director Fleet Management. Ein neuer CFO solle zeitnah bekannt gegeben werden.

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