Reeder fordern Reform der Ausbildungsregeln

Esben Poulsson (Foto: ICS)
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Esben Poulsson, Chairman der International Chamber of Shipping (ICS), hat eine umfassende Überarbeitung der Ausbildungsnormen für rund zwei Millionen Seeleute gefordert. Nur so könne man auf aktuelle technologische Herausforderungen reagieren.

Das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW) wurde 2010 mit der Annahme der »Manila-Änderungen« überarbeitet. Die letzte umfassende Überarbeitung erfolgte zuletzt vor über 25 Jahren.

Poulsson sagte nun bei der Konferenz Crew Connect in Manila: »Es ist heute üblich, dass die Arbeitgeber routinemäßig zusätzliche Schulungen und Bewertungen durchführen, bevor viele Offiziere mit STCW-Zertifikat eingesetzt werden, was die Frage aufwirft, ob das Übereinkommen in der derzeit gültigen Fassung auch im 21. Jahrhundert noch seinen Zweck erfüllt.«

Ein vollständig überarbeitetes STCW-System würde es der Branche ermöglichen, sich viel effektiver an technologische Entwicklungen, einschließlich einer stärkeren Automatisierung, anzupassen, so Poulsson. Es solle angesichts der sich wandelnden Weltflotte eine Struktur von ausreichender Flexibilität bieten, zudem es könne notwendig sein, einen modulareren Ansatz für den Aufbau und die Zertifizierung von Kompetenzen zu entwickeln. »Die Einführung neuer Technologien verändert bereits die Funktionen, die Seeleute an Bord ausüben, sowie die Fähigkeiten und die Ausbildung, die sie benötigen«, so der ICS-Vorsitzende.

»Transparenz und Robustheit der Aufsicht verbessern«

Poulsson fügte hinzu: »Eine überarbeitete STCW sollte darauf abzielen, die Transparenz und die Robustheit der Ausicht über die Implementierung zu verbessern. Die so genannte STCW-Whitelist der Nationen, die der IMO Informationen über die Einhaltung der Vorschriften übermittelt haben, hat heute kaum noch einen Zweck, da sie praktisch alle umfasst.« Die ICS möchte die Whitelist nicht ohne einen geeigneten Ersatz verwerfen, aber es müsse ein transparenteres und robusteres Überwachungssystem für die nationale Umsetzung geben, um sicherzustellen, dass die STCW weiterhin kompetente und qualitativ hochwertige Seeleute hervorbringe.

Die ICS sieht die Änderungen des STCW 2010 zunehmend als »Zwischenrevision« an, die einige neue Ausbildungs- und Zertifizierungsbestimmungen hinzugefügt hat, ohne die strukturellen Änderungen vorzunehmen, die ihrer Ansicht nach erforderlich wären, um neuen Entwicklungen in der Ausbildung oder den Kompetenzen, die für den zukünftigen Schiffsbetrieb erforderlich sind, Rechnung zu tragen.

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