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Nach mehreren Brandhavarien arbeitet die Schifffahrtsbranche verstärkt daran, die Sicherheit zu verbessern. Maersk überprüft nun im Rahmen eines Pilotprojekts, ob die Ladungsbeschreibung mit dem tatsächlichen Inhalt eines Containers übereinstimmt und ob der Inhalt korrekt gesichert ist.

Maersk nennt das Programm »Physical Container Inspection Pilot«, dieses wurde nun in Nordamerika implementiert. Derzeit werden Inspektionen für Import- und Exportladung in den Häfen von Newark Berth 88, Houston Bayport, Miami Pomtoc und New Orleans Ceres durchgeführt.

Die im Rahmen des Pilotprojekts gesammelten Daten sollen zur Entwicklung von Verfahren verwendet werden, die die Genauigkeit der Maersk zur Verfügung gestellten Ladungsbeschreibungen besser gewährleisten und die Anwendung des Code of Practice for Packing of Cargo Transport Units (CTU-Code) verbessern.

Die zufällig ausgewählten Container werden vom NCB (National Cargo Bureau) inspiziert, die Kosten für diese Inspektion werden von Maersk übernommen.

Bei Auffälligkeiten: Kostenpflichtige Korrekturmaßnahmen vor Weitertransport

»Wir werden uns bemühen, die Inspektionen so schnell wie möglich abzuschließen, um die Verzögerung bei der beabsichtigten Beförderung des Containers zu verringern. Wird jedoch festgestellt, dass ein Container im Vergleich zur gegebenen Erklärung unzureichend gefüllt, verzurrt und gesichert ist oder eine unpassende Ladung enthält, kann es notwendig sein, Korrekturmaßnahmen für den Weitertransport zu ergreifen«, erklärt die Reederei in einem Schreiben an ihre Kunden.

Undeklarierter Container mit Gefahrgut
Undeklarierter Container mit Gefahrgut (Foto: Wasserschutzpolizei Hamburg)

Solche Korrekturmaßnahmen können laut Maersk Nacharbeiten bei der Beladung des Containers beinhalten, um sicherzustellen, dass er den geltenden Vorschriften entspricht. Die Kosten für solche Nacharbeiten zur Wiederaufnahme des Transports des Containers gehen zu Lasten des Absenders oder Empfängers (je nach Richtung des Containers).

Weil die Inspektionen in den Vereinigten Staaten stattfinden, können auch Container, die bereits einen Seetransport hinter sich haben, zur Inspektion ausgewählt werden. Auch Container, die bereits im Verladehafen inspiziert wurden, können ausgewählt werden, da die Auswahl nach dem Zufallsprinzip erfolgt.

Ziel: Allgemeine Verbesserung der Sicherheit und Zuverlässigkeit

»Durch diese Containerinspektionen hoffen wir, einen Teil des Risikos von falsch angemeldeten oder falsch gefüllten Containern für alle am Umschlag und Transport von Gütern beteiligten Parteien zu beseitigen und auf eine allgemeine Verbesserung der Sicherheit und Zuverlässigkeit in der containerisierten maritimen Lieferkette hinzuarbeiten«, erklärt die Reederei.

Maersk war 2018 selbst Opfer eines schweren Schiffsbrandes geworden. Im März war die »Maersk Honam« (15.200 TEU) im Indischen Ozean in Brand geraten, dabei starben fünf Seeleute. Der Brand hatte das halbe Schiff verwüstet und der Diskussion und den Brandschutz an Bord von Großcontainerschiffen neue Nahrung gegeben. Nur wenige Tage später traf es die »Maersk Kensington«, ein Post-Panamax-Containerschiff (6.200 TEU). Im Juni brach auf der »SSL Kolkata« (1.118 TEU) bei der Anfahrt auf den Hafen Kalkutta ein Feuer aus. Erst vor einer Woche erwischte es Hapag-Lloyds »Yantian Express« im Nordatlantik.

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